
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing – auf Deutsch etwa „Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen“. Es ist eine Psychotherapie, bei der belastende Erinnerungen gezielt bearbeitet werden. Dabei unterstützt eine Therapeutin oder ein Therapeut Sie mit abwechselnden Reizen, zum Beispiel indem Sie den Fingern mit den Augen folgen oder abwechselnde Töne hören beziehungsweise Klopfen spüren.
Typischerweise läuft es so ab:
- Vorbereitung: Sie besprechen Ihre Geschichte und Therapieziele. Die Fachperson erklärt den Ablauf undübt mit Ihnen Möglichkeiten, sich zu beruhigen und sich sicher zu fühlen.
- Erinnerung auswählen: Gemeinsam richten Sie den Fokus auf eine bestimmte belastende Erinnerung –etwa auf ein Bild, einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Körperempfindung, die damit verbunden ist.
- Bearbeitung: Während Sie die Erinnerung im Blick behalten, folgen Sie den abwechselnden Reizen. Nachkurzen Durchgängen fragen Sie sich, was Ihnen gerade auffällt. Gedanken, Gefühle oder Bilder können sichdabei verändern. Sie müssen die Erinnerung nicht ausführlich erzählen.
- Abschluss und Stabilisierung: Am Ende wird darauf geachtet, dass Sie sich ausreichend gefestigt fühlen.In späteren Sitzungen wird besprochen, was sich verändert hat und was noch bearbeitet werden soll. Siekönnen jederzeit um eine Pause bitten oder die Übung stoppen. Cleveland Clinic
Ziel ist nicht, die Erinnerung auszulöschen, sondern dass sie sich weniger überwältigend anfühlt und Sie sie als etwas Vergangenes erleben können. EMDR sollte von einer dafür ausgebildeten Fachperson durchgeführt werden; der genaue Ablauf und die Dauer unterscheiden sich je nach Person und Belastung. 1
